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Historische Stadtführung

Hier finden Sie eine Stadtführung durch das historische Waldkappel.

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Stadtgeschichte Waldkappel

Hier eine Auswahl von großen Ereignissen und Informationen aus der Stadtgeschichte.

Die Geschichte der Stadt Waldkappel

Die Geschichte der Stadt Waldkappel

400002 E 011226 wurde die Stadt erstmals urkundlich unter dem Namen "Cappele" erwähnt. Als Grundherren sind in dieser Zeit die Herren von Bilstein und deren Vasallen bezeugt. Nachdem sich im Verlauf des 14. Jahrhunderts die hessische Landgrafschaft in dem Gebiet festgesetzt hatte, erstarkte wenig später der Einfluß der Herren von Boyneburg und von Hundelshausen, die die Entwicklung der zum Lehen erhaltenen Ortschaft maßgebend prägen sollten.

Die Grafen von Bilstein und ihre Vasallen, die von Cappel und die von Schlutwinsdorf, sind als frühe Grundherren bezeugt; seit dem 14. Jahrhundert gewinnt die Landgrafschaft Hessen an Einfluss - daneben haben die von Boyneburgk und die von Hundelshausen jahrhundertelang die Geschicke Waldkappels bestimmt.

1414 wurden dem Ort Stadtrechte verliehen, 1556 wurde der Stadt von Landgraf Philipp dem Großmütigen das Recht zugesprochen, zweimal im Jahr Markt abzuhalten. In dieser Zeit brachte der Handel Waldkappel Ansehen und Wohlergehen.

Die Stadt Waldkappel verdankt ihre wirtschaftliche Blüte im 15. und 16. Jahrhundert durch die hervorgehobene Lage an der alten Handelsstraße "durch die langen Hessen", die von der Wetterau nach Thüringen führte. Als Zeichen des bedeutenden Aufschwungs und des damaligen Reichtums wurde im Ortskern der Stadt eine monumentale spätgotische Kirche errichtet, deren hochaufragender Turm weithin die Silhouette Waldkappels bestimmt.

Das Textilhandelshaus des Lorentz Goßmann unterhielt im 16. Jahrhundert Beziehungen in ganz Europa. Männer wie Goßmann oder der nach Frankfurt gezogene Jonas Lappe waren dermaßen vermögend, dass die hessischen Landgrafen bei ihnen Geld borgten.

Die Zahl der Waldkappeler Studenten an deutschen Universitäten übertraf in jener Zeit bei weitem die Anzahl der Studenten aus Allendorf, Sontra oder Wanfried.

Der verheerende 30jährige Krieg setzte dieser Blütezeit ein jähes Ende. Im Jahr 1637 führte die Plünderung einer wütenden Soldateska zu einer Katastrophe, von der sich die Stadt im weiteren Verlauf ihrer Geschichte nicht mehr vollständig erholen sollte. Waldkappel hat seither nie wieder diese Bedeutung erhalten können, die es im Mittelalter besaß. Handwerk und Gewerbe in Waldkappel gewannen jedoch bald wieder an Bedeutung.

Diese Entwicklung wurde durch den "großen Brand" wiederum jäh unterbrochen. Diese Brandkatastrophe im Jahre 1854 vernichtete nahezu die gesamte Stadt. Verschont blieben lediglich einige Gebäude im Ortskern, der wenig später mit einem völlig neuen, in symmetrischem Straßenraster angelegten Grundriss erschlossen wurde.

Einen neuen wirtschaftlichen Aufschwung brachte der Bau der beiden Eisenbahnlinien Treysa-Leinefelde und Waldkappel-Kassel im Jahre 1879. In diesem Jahr siedelte sich auch eine Zigarrenfabrik in Waldkappel an, in welcher Waldkappeler Bürger neben Landwirtschaft und Handwerk wieder Arbeit und Lohn bis in die sechziger Jahre unseres Jahrhunderts fanden. Im Jahre 1902 erhielt Waldkappel elektrischen Strom und im Jahre 1908 eine moderne Wasserversorgung.

Die günstige Verkehrslage, die sich schon im Mittelalter für die Entwicklung Waldkappels ausgezahlt hatte, wurde für die Stadt noch einmal zu Ende des 19. Jahrhunderts bedeutsam, als sie 1879 an die Eisenbahnlinien Treysa-Leinefelde und Waldkappel-Kassel angeschlossen wurde. Diesem Umstand verdankte das nun leicht erreichbare Waldkappel einen Aufschwung des Fremdenverkehrs, der nach dem Ersten Weltkrieg sprunghaft einsetzte.

Zwischen den beiden Weltkriegen entwickelte sich der Fremdenverkehr zu einem nicht unbedeutenden Wirtschaftsfaktor. Die "Sommerfrische" Waldkappel wurde schon damals gern von ruhe- und erholungssuchenden Großstädtern besucht. Mit der Errichtung der Flußbadeanstalt und des Pionierturmes wurden schon sehr früh Einrichtungen für den Feriengast geschaffen.

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, 1945, wurde Waldkappel von einer weiteren schweren Katastrophe betroffen. Am 31. März wurde ein auf dem Bahnhof abgestellter Munitionszug von amerikanischen Flugzeugen angegriffen und zur Explosion gebracht. Durch die verheerende Druckwelle wurden nicht nur der gesamte Bahnhof und die angrenzenden Gebäude dem Erdboden gleichgemacht, sondern auch große Schäden in der Stadt verursacht.

Zwei Tage später kam es bei den Kämpfen zwischen den vorrückenden amerikanischen Truppen und den wenigen deutschen Verteidigern erneut zu Verwüstungen und Bränden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl durch den Zuzug von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen stark an. Zur Unterbringung der Neubürger wurde im Wehrfeld eine Siedlung erbaut, in welcher überwiegend katholische Neubürger ein neues  Heim fanden. Bei der Errichtung dieser neuen Siedlung hat sich besonders die Katholische Kirche und der Bauorden des belgischen "Speck-Paters" Werenfried van Straaten verdient gemacht. Im Jahr 1957 wurde dann die St.-Elisabeth-Kirche inmitten der Siedlung im Wehrfeld errichtet.

Im Bereich des Bahnhofs entstand ein Gewerbegebiet mit mehreren mittelgroßen Betrieben. In den Folgejahren entstand südlich des Stadtkerns ein weiteres großes Neubaugebiet. Von besonderer Bedeutung für die Stadt Waldkappel in der Nachkriegszeit war die Errichtung der Mittelpunktschule. Dem Schulverband Waldkappel gehörten alle Gemeinden des Waldkappeler Raumes an. Die Grund-, Haupt- und Realschule wurde im Herbst 1964 ihrer Bestimmung übergeben.

Weitere Informationen zur Geschichte der Stadt Waldkappel finden Sie in der Chronik "waldkappeler notizen".